Erhöhter Gebäude-Energieeffizienz-Standard  ist kein Kostentreiber


 
Ein Baustandard KfW55 rechnet sich bei Neubauten  -  Ehrlichkeit angemahnt !
 

Immer wieder versuchen interessierte Kreise, die vermeintlich hohen Kosten eines erhöhten Gebäude - Energieeffi-
zienz - Standards gegen den Umwelt- und Klimaschutz auszuspielen. So auch wieder im März 2018 im Gemeinderat von Lahr (Schwarzwald). Unter dem Titel "Umweltfreundliches Baulandmanagement" sollte beim Verkauf von Grund- stücken, die sich in
städtischem
Besitz befinden, der Baustandard gegenüber der Energieeinsparverordnung erhöht werden. Die Ziele: Den zahlreichen Analysen, Bekenntnissen, Beitritten und Beschlüssen zum Umwelt- und Klima- schutz auch Taten folgen zu lassen. Die Beschlussvorlage mit dem Ziel einer zukunftsorientierten Bauweise lehnten die Konservativen und Neo-Liberalen jedoch geschlossen und mit einer knappen Mehrheit ab. Das erzeugte nicht nur bei den Befürwortern von SPD, Grünen und Linken für Kopfschütteln, sondern auch bei allen besorgten Umwelt- und Klimaschützern!
 
Der Grund für die Ablehnung:
Die vermeintlich hohen Kosten. Dieses Argument ist jedoch nicht haltbar.
Die staatliche KfW-Bankengruppe, die einen beträchtlichen Anteil der zusätzlichen Aufwendungen fördert, hat nämlich eine Bei- spielrechnung veröffentlicht. Darin weist sie nach, dass sich bei Ein- bis Zweifamilienhäusern die
Mehrkosten von rund 10% in 10 Jahren amortisieren.
Bei einer rechnerischen Lebensdauer der Häuser von 50 Jahren können sich die Bewohner somit 40 Jahre lang über deutlich niedrigere Heizkosten freuen; die Mehrkosten sind ja nach zehn Jah- ren abbezahlt. Bedauerlicherweise hat diesen finanziellen Nutzen keiner der „Ja-Aber" - Gruppe des rechten Flügels im Gemeinderat thematisiert  -  vom Nutzen für die Umwelt und das Klima ganz abgesehen.
 
Und das Dresdner Institut für Technische Gebäudeausrüstung (ITG) und das Münchener Forschungsinstitut für Wär- meschutz (FIW) legen noch eins oben drauf. Sie kommen zu demErgebnis, dass eine
erhöhte Energieeffizienz kein Kostentreiber im Wohnungsbau ist. Der Grund: In den letzten 16 Jahren stiegen die Baukosten um 36%, davon sind aber nur 3% bis 6% energetisch bedingt!
Die Kosten eignen sich somit nicht als Totschlagargument für eine zukunfts- orientierte Bauweise. Sie entpuppen sich bei einer näheren Betrachtung als ein Scheinargument, um einen verbes- serten Baustandard zu verhindern oder doch wenigstens zu verzögern.
 
Abschließend erstaunlich: Die Konservativen und Neo-Liberalen, die sich sonst nur wenig um einkommenschwache Bevölkerungsschichten kümmern, entdecken beim Klimaschutz  -aber auch nur hier-  ihre soziale Ader und kritisieren die vermeintlich hohen Kosten. Die vier großen Stromversorger lassen grüßen, die haben das nämlich in den Nuller- Jahren bei den erneuerbaren Energien auch getan.

Z U R Ü C K

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S T A R T